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![]() Das Bambus-Lexikon The Bamboo Lexicon |
| Das A und O für eine erfolgreiche Kultivierung in Innenräumen (Wohnräumen) ist die Pflege. In der Regel stehen die Pflanzen zu warm und zu nass. Jedes Pflanzgefäß muß mit Wasserabzugslöcher versehen sein. Häufig fehlt den Pflanzen bei Temperaturen über 20° Licht (Pflanzenleuchte installieren) und die Luft steht, d. h. zu wenig Luftaustauch. Nach den Eisheiligen im Mai sollten sich die Pflanzen im Freien erholen können! Tips zur Eingewöhnung Das größte Problem für die Pflanzen ist die Umstellung an den neuen Standort. Gewöhnen Sie die Pflanze schrittweise an den neuen Standort und stellen Sie den Bambus nicht gleich in zu warme und lufttrockene Räume. Blattschäden und gelbe Blätter sind durch den Standortwechsel in der Regel unvermeidlich. Selbst wenn die Pflanzen die gesamte Laubmasse abwerfen sollte das eigentlich kein Problem sein. Mit etwas Fingerspitzengefühl sind auch Pflanzen, die ihre Laubmasse eingebüßt haben, leicht wieder in den Griff zu bekommen. Allerdings benötigt Bambus dann ca.4 Wochen um neue Blattknospen anzusetzen und neue Blätter zu treiben. In dieser Zeit werden die Pflanzen in der Regel überwässert. Je weniger Blätter, um so weniger Wasser und nicht umgekehrt! Eine Bambuspflanze ohne Blätter verbraucht kaum Wasser! |
| Pflanzkübel Als Pflanzkübel eignet sich im Prinzip jede Art von Behälter. Zu empfehlen sind breite flache Gefäße, die im Handel nur selten angeboten werden. Deshalb wählen Sie möglichst größere Container, damit für das Wurzelwerk Ihrer Pflanze ausreichend Substrat zur Verfügung steht. Die Pflanze sollte allerdings erst in einen Kunststoffcontainer mit Abzugslöchern getopft werden, der dann in einen entsprechend größeren Übertopf mit Abzugsloch gestellt wird. Den Hohlraum zwischen dem Gefäßen und dem Container können Sie mit Styroporflocken (gleichzeitiger Winterschutz und Schutz vor Überhitzung) oder anderen Dämmstoffen auffüllen. Wählen Sie lieber einen zu großen als einen zu kleinen Container, denn die Wüchsigkeit des Bambus wird auch hier in der Regel unterschätzt.
Dränage Bambus verträgt keine Staunässe. Hier liegt wohl das größte Problem. Nach meinen Erfahrungen werden die meisten Pflanzen eher ertränkt, als dass sie vertrocknen. Als Dränageschicht hat sich Styropor bestens bewährt. Zerbröselt werden 1 - 2 Zentimeter dicke Styroporplatten zu unterschiedlich großen Stücken zwischen 1 bis 4 Quadratzentimetern. Der Boden des Pflanzgefäßes wird bis zu einer Dicke von ca. 5 – 10 Zentimetern bedeckt. Bei kleinen Pflanzkübeln reicht eine Lage von 2 Zentimeter, bei großen Gefäßen kann die Schicht gerne 10 Zentimeter betragen. Die verwendeten Töpfe müssen Wasserabzugslöcher haben. Die Dränageschicht aus Styropor sollte nicht mit einem Flies abgedeckt werden, denn nur so können sich die Pflanzenwurzeln in dem immer warmen Styropor 'aalen' (bei dem späteren Umtopfen werden Sie sehen, wie wohl die Wurzeln sich in dieser Schicht fühlen, denn sie sind schon nach kurzer Zeit in die Styroporschicht eingewurzelt). So lange die Pflanzen nicht vertrocknen oder nicht zu nass stehen, treten keine Probleme auf. Bei Temperaturen bis 20° sollte nur alle 3-4 Tage gewässert werden. Denken Sie bitte daran, auch wenn die Oberfläche des Substrates trocken aussieht, bedeutet es nicht in jedem Fall, dass die Pflanze zu trocken steht. In warmen Räumen trocknet die Substratoberfläche schnell ab. |
Substrat Mit Pinienrinde und Tongranulat (Seramis) verbesserter grober Torf (auch gute Blumenerde) hat sich gut bewährt. Es können auch Fertigsubstrate verwendet werden. Die Nachteile von zu feinem Substrat liegen auf der Hand: das Substrat verschlemmt bzw. verdichtet zu schnell. Alle guten Einheitserden sind als Substrat geeignet. Hier sollte Tongranulat durch eine Zugabe von 30-50% zur besseren Wasserspeicherung beigemischt werden. Eine Auflockerung des Substrats wird unter Zugabe von ca. 20% Perlite oder kleinen Styroporkugeln erreicht.
Wer allerdings den 'grünen Daumen' hat, der sollte die Kosten von Seramis nicht scheuen. Ich habe mit gut ausgewaschenem Seramis als Pflanzsubstrat nur gute Erfahrungen gesammelt. Schwierigkeiten treten eigentlich nur während der Eingewöhnungsphase der Pflanzen in das neue Substrat auf, da der Wurzelballen nach dem Umtopfen in der Regel zu nass gehalten wird oder vertrocknet. Bambus kann sehr viel Feuchtigkeit über die Blätter aufnehmen, deshalb kann ein Abduschen und auch ein Regenguss für die Pflanzen sehr erholsam sein. Um ein Ausspülen des Substrates durch die Bodenlöcher zu verhindern, sollten diese mit Vlies abgedeckt werden. |
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Standort
Die tropischen Bambusarten benötigen einen hellen, nicht zu warmen Standort. Ideal wäre ein Tropenhaus, aber wer hat das schon. Stellen Sie die Pflanzen nicht in die Nähe einer Wärmequelle (Heizung, Kamin etc.). In einem Blumenfenster fühlen sich die Pflanzen ebenso wohl, wie in Fensternähe. In zu dunklen ist die Installierung einer Pflanzenleuchte zu empfehlen. Bei Fußbodenheizung vermeidet ein Styropor-Untersetzer ein Aufheizen des Substrates. Ein Zimmerspringbrunnen hilft gegen zu hohe Lufttrockenheit und ist nicht nur für Pflanzen zu empfehlen, sondern fördert auch unser Wohlbefinden. Von Ende Mai bis Ende August regenerieren sich die Pflanzen schnell an einem halbschattigen Standort im Garten, auf der Terrasse oder auf dem Balkon.
Düngung
Tropischer Bambus im Kübel benötigt nur wenig Dünger. Eine viertel-jährliche Düngung mit Bambu-dur ist zu empfehlen. Flüssigdünger für Grünpflanzen wird nur 1x im Monat nach Anleitung zu gegeben. Einheitserden und andere neutrale Substrate sollten vor dem Umtopfen aufgedüngt werden. Auch eine monatliche Blattdüngung ist möglich, aber hier ist Vorsicht und äußerste Sorgfalt geboten. Bei Wuchsal und anderen Flüssigdüngern beziehen sich die Prozentangaben auf Pflanzen mit kräftigen, dicken Blättern. Hier sollte zu Beginn um 50% reduziert werden, da die Bambusblätter sonst schnell verbrennen.
Überwinterung
Bei der Überwinterung Ihrer Bambuspflanzen im Kübel ist darauf zu achten, dass die Pflanzen entsprechend den Temperaturen gegossen werden. In einem kühlen Winterquartier ist der Bedarf an Wasser nur gering und das Substrat sollte eher trockener als zu nass gehalten werden. Tropischer Bambus sollte bei Temperaturen zwischen 5° und 10° oder auch in Wohnräumen überwintert werden. In beheizten Wintergärten oder in Wohnräumen muss ein ausreichender Luftaustausch gewährleistet sein, da die Pflanzen sonst schnell vergeilen, d.h. die Halme verholzen zu spät und bleiben weich und schlapp.
Bei Staunässe, einem zu nassen Substrat und bei zu wenig Luftzirkulation können die Pflanzen leicht von Ungeziefer (Blatt- und Schmierläuse) befallen werden. Hier führt eine wirksame Bekämpfung der hartnäckigen Spinnmilben nur mit den im Fachhandel angebotenen Mitteln zum Erfolg. Blattläuse treten hier weniger auf und sind durch Abduschen mit Schachtelhalmbrühe oder warmem Seifenwasser leichter zu bekämpfen
Zur Plage werden die Schmier- oder Wollläuse (Schildlaus), denn die Schädlinge verkriechen sich unter den Halmscheiden und sind nur sehr schwer zu bekämpfen. Hier hilft das Absammeln und das Bepudern mit Steinmehl eher, als die chemischen Mittel. Eine Behandlung mit Rapsöl (Mittel: Naturen von Celaflor), bei dreimaliger Anwendung im Abstand von 14 Tagen, ist zu empfehlen. Bepinseln der Zweige und Nebenzweige.
Vorsicht: die Blätter dürfen damit nicht behandelt werden!
Inwischen werden im Fachhandel auch Sticks gegen Ungeziefer an Grünpflanzen angeboten.
Die Anschaffung eines einfachen Feuchtigkeitsmesser mit Helligkeitsanzeige macht sich in jedem Fall bezahlt. Im Dezember 2005
© Das Bambus-Lexikon wurde als frei zugängliche Datenbank nach einer Idee von Fred Vaupel 2005 erstellt und erarbeitet.
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